| Bauherr | Gemeinde Sexau |
| Standort | Sexau |
| Verfahren | Realisierungswettbewerb, 20 Teilnehmende |
| Platzierung | 2. Platz |
| Bearbeitungsjahr | 2026 |
| Flächen und Kubatur | BGF 3.014m² |
| Nutzung | Feuerwehr |
Konzept – zeigen, was man macht
Das neue Feuerwehrhaus in Sexau wird als klar gegliederter, L-förmiger Baukörper entwickelt, der sich selbstverständlich in die Hangtopografie und den Ortsrand einfügt. Der Bau vermittelt zwischen Landschaft im Osten und Wohngebiet im Westen und schafft einen nachvollziehbaren Übergang. Die Topografie wird funktional genutzt: Alle einsatzbezogenen Bereiche liegen im Erdgeschoss und orientieren sich zum Ort, während Verwaltung und Schulung im Obergeschoss sowohl den Ort als auch die Landschaft überblicken.
Der Alarm- und Übungshof mit Übungsturm ist der Fahrzeughalle vorgelagert und direkt zur Straße „Am Erlengraben“ ausgerichtet. Der gut sichtbare Haupteingang liegt an der Gebäudeecke. Westlich befinden sich Regenrückhaltebecken, PKW- und Fahrradstellplätze. Vom Ort aus zeigt sich das Gebäude offen, prägnant und transparent – es macht sichtbar, was die Feuerwehr tut.
Kurze Wege – klare Organisation
Das Gebäude folgt konsequent der Einsatzlogik mit kurzen, stufenlosen Wegen zwischen Alarmstellplätzen, Umkleiden, Fahrzeughalle und Ausfahrt. Alle Einsatzbereiche liegen im EG und sind nach dem Schwarz-Weiß-Prinzip getrennt. Die abgesetzten Büro-, Aufenthalts- und Schulungsbereiche schaffen Räume für Regeneration und Gemeinschaft. Der Vorplatz ist flexibel nutzbar für Übungen oder Feste.
Erschließung & Lärmschutz
Der Einsatzverkehr erreicht das Gelände von Westen. Die in den Hang integrierten Alarmstellplätze sind schallgeschützt und direkt mit den Umkleiden verbunden. Die Alarmausfahrt erfolgt nach Norden, getrennt von der PKW-Zufahrt. Auf Schallschutzmauern wird verzichtet; stattdessen sorgen Abstände, Einhausung und Topografie für wirksamen Lärmschutz.
Starkregen & Nachhaltigkeit
Die begrünte Alarmstellplatzdecke wirkt als Retentionsfläche. Regenwasser wird zwischengespeichert und kontrolliert in das Rückhaltebecken geleitet – ein robustes Gesamtsystem aus Baukörper, Dach und Freiflächen.
Erscheinung & Material
Eine klare Formensprache, vorvergraute Fichtenholzfassaden, Holz-Alu-Fenster und ein extensiv begrüntes Dach prägen das Gebäude. Innen prägen Sichtbeton, Holz, Linoleum und akustisch wirksame Holzwolledecken eine angenehme Atmosphäre.
Klima & Energie
Das Raumklimakonzept kombiniert natürliche Lüftung, thermisch aktive Holzdecken und mechanische Lüftung. Hochgedämmte Fassaden, außenliegender Sonnenschutz und Dreifachverglasung minimieren Energiebedarf. PV-Module liefern Strom, Regenwasser wird für Fahrzeug- und Schlauchwäsche genutzt.
Tragwerk
Ein hybrides System aus heimischem Holz und Recycling-Beton verbindet Nachhaltigkeit mit Robustheit. Stützenarme Holzträger überspannen die Fahrzeughalle, Brettsperrholzdecken ermöglichen flexible Grundrisse. Recycling-Beton sichert Tragfähigkeit, Brand- und Schallschutz. Das Konzept erlaubt hohe Vorfertigung, kurze Bauzeiten und eine langlebige Bauweise.


