| Bauherr | Stadt Baden-Baden |
| Standort | Baden-Baden |
| Verfahren | Realisierungswettbewerb, 2 Phasen, 19 Teilnehmende |
| Platzierung | 2. Phase |
| Bearbeitungsjahr | 2025 |
| Flächen und Kubatur | BGF 15.268m² |
| Nutzung | Feuerwehr, Gefahrenabwehr |
Städtebauliches und architektonisches Konzept
Der Entwurf folgt dem Prinzip „form follows function“: Die Architektur leitet sich unmittelbar aus den Abläufen des Feuerwehrbetriebs ab. Die Fahrzeughalle bildet das funktionale Zentrum, um das sich Waschhalle, Werkstätten, Lager und Übungsbereiche logisch anordnen. Freiwillige Feuerwehr, Verwaltung und Sporthalle sind entlang kurzer Wege und klarer Sichtbeziehungen organisiert; die Leitstelle liegt als eigenes Cluster im obersten Geschoss.
Es entsteht ein einfacher, robuster und identitätsstiftender Baukörper, der sich entlang der Europastraße viergeschossig positioniert und einen markanten Auftakt für Baden-Baden bildet. Zur Europastraße zeigt sich das Gebäude städtisch und präsent, zur Schwarzwaldstraße adressbildend und zur Oos offen und landschaftlich eingebunden. Das bestehende Parkhaus wird in Höhe und Figur integriert; der Neubau staffelt sich nach Osten auf zwei Geschosse ab und fasst gemeinsam mit dem Parkhaus einen neuen Vorplatz, der beide Bauwerke zu einem zusammenhängenden Ensemble verbindet.
Die fließende Grundfigur mit abgerundeten Ecken folgt den Bewegungsradien der Einsatzfahrzeuge, optimiert Verkehrsabläufe und verleiht dem Gebäude eine ruhige, dynamische Erscheinung. Die weichen Kanten reduzieren die Maßstäblichkeit, schaffen Offenheit und übersetzen Bewegung als zentrales Prinzip des Feuerwehralltags in Architektur.
Freianlagen und Erschließung
Der kompakte Baukörper lässt großzügige Freiflächen zur Oos frei und fügt sich in den durchgrünten Landschaftsraum zwischen Wörthböschelpark und Festspielhaus ein. Der Haupteingang öffnet sich zur Brücke an der Schwarzwaldstraße und bildet ein einladendes Entree. Der Übungsturm stärkt die Adressbildung und markiert den Übungsbereich. Nebeneingänge liegen nahe am Parkhaus; optional ist eine direkte Stegverbindung möglich.
Eine ringförmige Erschließung trennt Einsatz-, Besucher- und Lieferverkehr klar und vermeidet Kreuzungen. Sitztreppen an der Oos schaffen Aufenthaltsqualität und verbinden Gebäude und Stadtraum. Verschiedene Dachflächen werden als nutzbare Freiräume aktiviert: Klimahöfe im 1. OG, ein Sportdach mit Laufbahn und Calisthenics im 2. OG sowie Loggien für Verwaltung und Leitstelle im 2. und 3. OG. Versiegelung wird minimiert; Stellplätze erhalten Rasenfugenpflaster, Dächer sind begrünt.
Erscheinung und Materialien
Die Feuerwache verbindet Funktionalität mit regionaler Identität. Die Fassade aus karbonisiertem Holz („Shou Sugi Ban“) verleiht dem Gebäude eine charaktervolle, tiefschwarze, langlebige Hülle, während grauer Beton in Erdgeschoss und Übungsturm Robustheit signalisiert. Innen prägen Holz und Sichtbeton einen schlichten, warmen Materialkanon.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
Kompakte Bauweise, flexible Struktur und langlebige Materialien sichern ökologische und ökonomische Qualität über den gesamten Lebenszyklus. Die Planung setzt auf geringe Versiegelung, Dachbegrünung und eine freiraumorientierte Gesamtfigur.

