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Neuapostolische Kirche in Bammental


Verfahren Mehrfachbeautragung, 1. Rang
Bauherr NAK Süddeutschland
Leistungen LPH 2 – 9
Fertigstellung 2016
Fläche 437 m²
Kubatur 2.594 m³
Baukosten 1,8 Mio. €

Fotos: Markus Mahle

Kunst: Tobias Kammerer, Rottweil


Der Neubau reagiert auf die städtebaulichen Vorgaben, die durch eine heterogene Struktur und ein leicht bewegtes Gelände geprägt werden. In diesem Umfeld kann sich die Neuapostolische Kirche aufgrund ihrer zurückhaltend klaren Erscheinung einerseits gut integrieren, andererseits wird durch den dynamisch in die Höhe wachsenden Baukörper des Kirchensaales mit einer Höhe von 8,70 Meter ein signifikanter Hochpunkt gesetzt, der deutlich und selbstbewusst den Neubau als Kirchenbau mit expressiver Außenwirkung im Straßenraum erfahrbar macht. Es wird so ein baulicher Solitär geschaffen – der Ort wird unverwechselbar.

Der Vorbereich der Kirche öffnet sich zum Straßenraum und empfängt über einen Platz wie selbstverständlich den Kommenden. Ein überdachter Gebäudeeinschnitt markiert einen Zugangsbereich, welcher schon hier einen geschützten Raum schafft und gleichzeitig den Übergang von außen nach innen betont. Betritt man den Kirchenraum über das helle und belebte Foyer, so gelangt man in einen Raum, der eine eigene Identität hat. Ein Raum der Ruhe, der Konzentration, der Andacht, der Einkehr und der Meditation. Die zentrale Gestaltungsidee des Kirchensaales ist das Erfahren eines schützenden, ruhigen und homogenen Raumes mit dem gezielten Einsatz von Licht. Der Raum wird über Glaskunstfelder der nordöstlichen Außenwand erhellt. Lichtbrechende Elemente im Bereich des Oberlichtes erhellen gezielt den Altarbereich. Die Führung des Raumlichts unterstützt so eine Konzentration auf das Sakrale. Über den Bereichen der Amtsträger und der Orgel wird das Licht gebrochen. Der Altar steht im Zentrum. Ein breites Fenster bietet einen direkten Sichtbezug zum Altar.

Das Erscheinungsbild wird geprägt durch eine Fassade, bei der Ziegelplatten gewählt wurden. Diese werden für Dach und Wand gleichermaßen eingesetzt. Das Gebäude wird so zu etwas Ganzheitlichem, als wäre es aus nur einem Material entstanden. Das Gebäude erscheint monolithisch, ohne Überstand, Dachrinnen und Bruch zwischen Wand und Dach.

Im Inneren dominieren helle Farben: Helles Holz für Möbel und Einbauten, weiße Wände und Decken. Der Gottesdienstraum spricht eine eigene Sprache und wird wesentlich durch das seitlich einfallende Glaskunstlicht in diversen Blautönen und das Oberlicht über dem Altar erhellt. Der Altar besteht aus dunklem Holz, ebenso das schlanke Kreuz. Holzbänke und Orgel haben helles Holz. Der Boden ist als geschliffener Estrichboden in hellem Steingrau gehalten, die Altarwand ist ebenso hell gestaltet.

KURZDOKUMENTATION (PDF)